Ansprechpartnerinnen i.A. für das HoR-Netzwerk Deutschland

Kim Pöckler

Marcela Braak

House of Resources Stuttgart

17. April 2026
Blogübersicht HoR Stuttgart
Grafik mit dem Text ‚Rückgrat für funktionierendes Engagement – House of Resources Stuttgart‘ auf hellem Hintergrund mit lila Gestaltungselementen

Eckpfeiler für die Förderung von (post-)migrantischem Engagement

Daimler, Porsche, Mahle; Industrie und Baustellen, Stuttgart 21 und eine Staatsoper; Stuttgart hat schon seit jeher Menschen angezogen. Heute leben hier Menschen aus über 185 Nationen! Stuttgart ist so divers wie das Angebot an Kultur und die vielen Hügel, die Stuttgart umgeben. Unsere Stadt hier im schwäbischen Ländle ist vielfältig. Und diese Vielfalt zeigt sich in zahlreichen (post-)migrantischen Organisationen (pMO). 1998 wurde das Bedürfnis dieser Organsationen für eine Stimme immer größer und sie gründeten das Forum der Kulturen Stuttgart. Einen Dachverband für (post-)migrantische Organisationen, der seit über 10 Jahren dem House of Resources Stuttgart ein Dach bietet.

Das zum großen Teil ehrenamtliche Engagement dieser Organisationen ist unverzichtbar, denn es bildet das Rückgrat für eine funktionierende Stadtgesellschaft. Die Arbeit beinhaltet Willkommenskultur, Demokratiebildung, Antirassismusarbeit, Kulturarbeit sowie Unterstützung älterer Migrant*innen und Projekte von und mit Geflüchteten. Das Spektrum ist groß, die Förderstellen dagegen wenige. So hat sich das House of Resources Stuttgart in den letzten Jahren als einer der Eckpfeiler für die Förderung von (post-)migrantischem Engagement etabliert. Und während andere Fördergeber ihr Angebot einschränken (inhaltlich oder finanziell) oder Mittel ganz gestrichen werden, bleiben wir stabil.

Wir beraten und begleiten pMO von der Gründung über Projektentwicklung und inhaltliche Beratungen bis hin zu Antragsstellungen (teils handgeschrieben) und leider manchmal auch Vereinsauflösungen. Unsere Aufgabe ist es, Möglichkeiten zu schaffen, indem wir vernetzten, verstehen und empowern, ohne etwas vorzugeben und immer nach den Bedürfnissen und im Rahmen der pMO selbst. Gleichzeitig fördern wir die Projekte der pMO auf eine interdisziplinäre Weise, weil viele dieser Projekte an anderen Stellen durchs Raster fallen würden: zu antirassistisch, zu communitybasiert, zu kulturell, zu empowernd, zu niedrigschwellig. So ist das House of Resources Stuttgart leider für manche pMO die einzige Möglichkeit, unkompliziert und mit einer menschlichen Komponente eine finanzielle Unterstützung für ihre Vorhaben zu erhalten. Das merken wir im House of Resources vor allem daran, dass unsere Fördermittel jedes Jahr schneller zuneige gehen und die Anzahl der Beratungen kontinuierlich steigt. Über 60 Vernetzungsveranstaltungen, 280 geförderte Projekte, 900 Beratungen und über 500.000€ an finanzieller Unterstützung für das Engagement, das Stuttgart zu einer lebenswerten Stadt macht, in der Beteiligung für alle möglich ist.

Ohne das House of Resources könnten viele der pMO ihr Engagement nicht mehr in der Form fortführen, Beratungen und Netzwerkarbeit müsste entfallen. Was wäre das für ein Zeichen für unsere plurale und multiperspektivische Gesellschaft?